Hannover – Großes Bodenkunstwerk in Hannover entsteht auf dem Raschplatz hinter dem Hauptbahnhof. Die Eröffnung ist am 26. Juni geplant.
4.000 Quadratmeter Kunst hinter dem Hauptbahnhof
Auf dem Raschplatz hinter dem hannoverschen Hauptbahnhof entsteht derzeit ein ungewöhnliches Kunstprojekt: Auf einer Fläche von 4.000 Quadratmetern wird Norddeutschlands größtes Bodenkunstwerk gestaltet. In das Werk soll auch die Crash Pipe integriert werden, eine Arbeit von Florentina Holzinger, die 2026 folgt.
Beim Ortstermin am 17. Juni verschafften sich Vertreter der Stadtspitze und die Sparkasse Hannover als Hauptsponsor einen Eindruck vom Stand der Arbeiten.
Internationale Künstler und die lokale Szene arbeiten zusammen
Für die Gestaltung sind mehrere international bekannte Graffiti- und Street-Art-Künstler verantwortlich. Mit dabei sind Boris Tellegen alias Delta aus den Niederlanden, Denis Dendy alias dendyden, geboren in Russland und heute in Berlin lebend, sowie Iota aus Belgien. Kuratiert wird das Projekt vom hannoverschen Street-Art-Künstler Jascha Müller. Hinzu kommen weitere Beiträge aus der lokalen Szene, die über einen Open Call eingebunden wurden.
Die Handschriften der Künstler unterscheiden sich deutlich. Delta arbeitet mit geometrischen und architektonischen Formen. Dendyden setzt auf 3D-Illusionen und perspektivische Effekte. Iota bringt organische Formen und dynamische Linien ein. Eine Besonderheit: Die 3D-Illusion von dendyden ist nur aus bestimmten Blickwinkeln erkennbar. Diese Stellen werden auf dem Boden markiert.
Verwendet werden dickflüssige, zähe und umweltverträgliche Farben. Sie sollen nicht ins Grundwasser eindringen. Geplant ist außerdem, das Werk jedes Jahr aufzufrischen.
Start der Bemalung und Beteiligung am Platz
Mit dem Beginn der Bemalung am 15. Juni startete zugleich ein Beteiligungsprojekt auf dem Raschplatz. Daran beteiligt sind die Straßensozialarbeit Sucht der Landeshauptstadt Hannover montags und donnerstags, der Konsumraum Stellwerk dienstags sowie der Kontaktladen Mecki mittwochs. An diesen Tagen sind die Partner jeweils von 11 bis 17 Uhr mit ihren Klienten vor Ort. Auch Menschen, die durch Banner auf dem Platz auf das Projekt aufmerksam geworden sind, können mitmachen.
Die Teilnehmer helfen bei der Grundierung, bei den Vorbereitungen und beim Auftragen der Farbe mit Rollen. Freitags sowie am Wochenende arbeiten die Künstler ohne weitere Beteiligung an der Fläche.
Stimmen aus Stadtverwaltung und Förderung
Oberbürgermeister Belit Onay sagte beim Ortstermin: „Mit dem Projekt vereinen wir Kunst, Bewegung und Teilhabe und gestalten aus einem reinen Durchgangsort einen lebendigen Stadtraum. Hannover gewinnt eine einmalige Attraktion und wertet den öffentlichen Raum hinter dem Hauptbahnhof damit nachhaltig auf. Ich danke allen Beteiligten und den Förderern: vor allem der Sparkasse Hannover sowie der Ricarda und Udo Niedergerke Stiftung und Merkur Spielbanken für die Förderung der Teilhabe. Wie das Bodenkunstwerk aussehen wird, wenn es fertig wird, sehen wir zur Eröffnung am 26. Juni.“
Kerstin Berghoff-Ising, Vorständin der Sparkasse Hannover, erklärte: „Als Sparkasse Hannover sind wir hier am Raschplatz in gewisser Weise zu Hause. Umso mehr freuen wir uns, dass dieser Ort durch die beiden kreativen Werke – die Crash Pipe von Florentina Holzinger und das Bodenkunstwerk von drei namhaften, internationalen Künstlerinnen und Künstlern – jetzt bald einen ganz neuen Charakter bekommen wird. Farbenfroh, nachhaltig und lebendig. Wir sind sehr gespannt!“
Sylvia Bruns, Dezernentin für Soziales und Integration, ergänzte: „Ich freue mich, dass wir gemeinsam diesen Platz gestalten; sei es durch eine finanzielle Unterstützung dieses Projektes, durch die tatkräftige Mitarbeit der suchtkranken Menschen, durch die Unterstützung der Straßensozialarbeit oder durch die Künstler*innen, die den Platz zu einem besonderen Hingucker machen. Dies ist zugleich ein starkes Zeichen gegen die Spaltung der Gesellschaft. Alle sind herzlich eingeladen, die Entstehung vor Ort zu verfolgen.“
Auch Bildungs- und Kulturdezernentin Eva Bender hob die Zusammenarbeit hervor: „Wir sind live dabei, wie auf dem Raschplatz vor unseren Augen ein Bodenkunstwerk entsteht in einer sehr besonderen Zusammenarbeit der lokalen Szene mit internationalen Künstler*innen der Street-Art und Graffiti-Kunst. Gemeinsam mit den Teilhabegruppen erschaffen sie ein Werk, was es in dieser Dimension in ganz Norddeutschland nur in Hannover geben wird. Dabei ist der Prozess ein wichtiger Teil des Projektes. Freuen wir uns auf beeindruckende Kunst und – auch in Verbindung mit der Crash Pipe von Florentina Holzinger – auf ein völlig neues Gesicht für diesen Ort.“
Eröffnung am 26. Juni
Eingeweiht wird das Bodenkunstwerk am 26. Juni von 18.30 bis 20.30 Uhr. Geplant ist eine Performance-Show in Kooperation mit Trend ID und Baggi sowie Urban Music und Hip-Hop.
Der Entstehungsprozess dauert rund zwei Wochen. Dabei bleibt das Projekt bewusst flexibel. Projektkoordinator Jascha Müller sagt dazu: „Dieses Bodenkunstwerk entsteht in Etappen und mit hoher Flexibilität. Wir reagieren auf Wetterverhältnisse und haben mehrere Zelte im Einsatz, die über die Fläche wandern. Dabei wird um die Crash Pipe herumgemalt. Durch die ständige Anpassung an das Wetter, unterschiedliche Trocknungszeiten und die Dynamik des Prozesses kann es sein, dass zur Eröffnung das Werk noch in der letzten Etappe des Entstehens ist.“















