
Hannover – Trunkenheitsfahrten bei Schwerpunktkontrolle: 84 Fahrzeuge geprüft, 16 Anzeigen. Auffällig viele E-Scooter, dazu Tuning und Kennzeichen.
Kontrollen rund um Frühlingsfest und Innenstadt
Vergangene Woche hat die Polizei Hannover im Stadtgebiet umfangreiche Schwerpunktkontrollen zur Fahrtüchtigkeit durchgeführt. Im Mittelpunkt standen Bereiche rund um das Frühlingsfest sowie die Innenstadt von Hannover. Ziel war es, fahruntüchtige Fahrer frühzeitig aus dem Verkehr zu ziehen und die Sicherheit auf Hannovers Straßen zu erhöhen.
Die Bilanz: 84 Fahrzeuge, 16 Anzeigen
Insgesamt kontrollierten die Einsatzkräfte 84 Fahrzeuge. Unterm Strich standen 16 Anzeigen wegen Alkohol-, Cannabis- oder Drogenkonsums am Steuer. In zwölf Fällen erhärtete sich der Verdacht der Trunkenheit im Verkehr, daraus folgten entsprechende Strafanzeigen. Vier weitere Ordnungswidrigkeitenanzeigen kamen wegen Alkohol-, Cannabis- beziehungsweise Betäubungsmittelkonsum hinzu.
In 14 Fällen ordneten die Beamten Blutproben an. Der höchste gemessene Atemalkoholwert lag bei 2,29 Promille. Bei sechs weiteren Fahrern wurde Alkoholkonsum festgestellt, der Wert lag jedoch noch unterhalb der 0,5-Promille-Grenze.
E-Scooter bei Trunkenheitsfahrten stark vertreten
Auffällig: Die Trunkenheitsfahrten verteilten sich etwa zur Hälfte auf Pkw und zur Hälfte auf E-Scooter. Mit Blick auf steigende Unfallzahlen in diesem Bereich betont die Polizei Hannover die Gefährlichkeit der oft unterschätzten Elektro-Kleinstfahrzeuge, weil Fahrer bei Stürzen kaum geschützt sind.
16-Jähriger mit gestohlenen Kennzeichen und Werkzeug
Bei Kontrollen auf der Hamburger Allee fiel den Beamten ein 16-jähriger Fahrer auf. Er saß am Steuer eines VW Golf, an dem zuvor in Hannover entwendete Kennzeichen montiert waren. Der Jugendliche hatte keine Fahrerlaubnis, das Fahrzeug war nicht versichert, außerdem bestand der Verdacht auf THC-Einfluss. Die Beamten leiteten mehrere Strafverfahren ein, unter anderem wegen Urkundenfälschung.
Im Wagen, dessen Herkunft noch ungeklärt ist, fanden Polizisten zudem Aufbruchswerkzeug und Vermummungsmaterial. Der 16-Jährige ist der Polizei bereits wegen Eigentumsdelikten bekannt.
Sedativum am Steuer und ein Golf mit Kreppband-Scheinwerfern
In einem weiteren Fall stoppten Einsatzkräfte einen Fahrer, der nach den Tests vor Ort unter dem Einfluss eines starken Sedativums, also eines Beruhigungsmittels, stand. Die Weiterfahrt wurde untersagt, außerdem wurde eine Blutprobe entnommen.
Ebenfalls im Fokus stand ein historischer VW Golf mit H-Kennzeichen. Bei der Überprüfung zeigte sich allerdings, dass von Originalität kaum die Rede sein konnte: Motor, Fahrwerk und weitere Bauteile waren massiv und unsachgemäß umgebaut, die Reifen schliffen am Radkasten. Hinzu kam eine weitere Auffälligkeit: Die LED-Frontscheinwerfer waren lediglich mit Kreppband befestigt. Wegen der erheblichen Mängel wurde die Weiterfahrt sofort untersagt.
Weitere Verstöße und Sicherheitsleistungen
Bei zwei Verkehrsteilnehmern ohne festen Wohnsitz in Deutschland wurden wegen des Verdachts von Verkehrsstraftaten Sicherheitsleistungen von jeweils 750 Euro einbehalten. Zusätzlich registrierte die Polizei zwei Verstöße gegen das Pflichtversicherungsgesetz sowie 23 weitere Ordnungswidrigkeiten, darunter Tuning- und Poserverstöße.
Die Polizei kündigt an, dass die konsequente Überwachung der Fahrtüchtigkeit ein zentraler Baustein der Verkehrssicherheitsarbeit bleibt. Schwerpunktkontrollen sollen deshalb regelmäßig folgen.














