
Hannover – Hannover nutzt den Wohnungsbauturbo und beschleunigt Bauleitplanverfahren, um Wohnungsbau, Planungssicherheit und bezahlbaren Wohnraum voranzubringen.
Hannover setzt auf mehr Tempo beim Bauen
Die Landeshauptstadt Hannover zieht beim Wohnungsbau das Tempo an. Mit neuen Leitlinien für den sogenannten Wohnungsbauturbo und mit schlankeren Bauleitplanverfahren sollen kleinere wie größere Projekte schneller auf den Weg kommen.
Die entsprechenden Beschlussdrucksachen gehen derzeit in die politischen Gremien.
Neue Regeln nach Bundesgesetz
Auslöser ist ein bundesweites Gesetz, das Ende Oktober 2025 in Kraft getreten ist und den Wohnungsbau sowie die Sicherung von Wohnraum beschleunigen soll. Es gibt den Kommunen neue Möglichkeiten, Bauvorhaben unter bestimmten Voraussetzungen auch ohne formelles Bebauungsplanverfahren zu genehmigen. Hannover will diese Spielräume gezielt nutzen, um für konkrete Projekte schneller neue Baurechte zu schaffen und dringend benötigten Wohnraum früher verfügbar zu machen.
Oberbürgermeister Belit Onay sagt: „Die Lage auf dem Wohnungsmarkt erfordert entschlossenes Handeln. Mit dem Bau-Turbo schaffen wir die Voraussetzungen, damit neue Wohnungen schneller gebaut werden können. Gleichzeitig stellen wir sicher, dass zentrale Anforderungen wie bezahlbarer Wohnraum, soziale Infrastruktur und städtebauliche Qualität weiterhin verbindlich berücksichtigt werden.“
Klare Leitlinien für Bauvorhaben
Damit die neuen Möglichkeiten rechtssicher und einheitlich genutzt werden können, hat die Verwaltung Leitlinien ausgearbeitet. Sie legen klare Kriterien für die Zustimmung der Stadt zu solchen Vorhaben fest.
Eine Zustimmung gibt es nur, wenn unter anderem ein stimmiges städtebauliches und freiraumplanerisches Gesamtkonzept vorliegt, die Vorhaben zu bestehenden Ratsbeschlüssen und Planwerken passen, die Erschließung gesichert ist und die nötige soziale Infrastruktur berücksichtigt wird.
- stimmiges städtebauliches und freiraumplanerisches Gesamtkonzept
- Vereinbarkeit mit bestehenden Ratsbeschlüssen und Planwerken
- gesicherte Erschließung
- Berücksichtigung notwendiger sozialer Infrastruktur
Ein wichtiges Ziel bleibt dabei bestehen: Bei größeren Wohnungsbauvorhaben mit mehr als zehn zusätzlichen Wohneinheiten zum bestehenden Baurecht sollen weiterhin mindestens 30 Prozent der neu möglichen Wohnungen im geförderten Segment entstehen.
Schnellere Abläufe in der Bauleitplanung
Parallel dazu modernisiert Hannover die Abläufe in der Bauleitplanung. Die Stadt will Verfahren verkürzen, ohne Beteiligungsrechte oder fachliche Standards einzuschränken.
Künftig sollen Entscheidungszuständigkeiten klarer gebündelt, Gremienläufe reduziert und besser strukturiert sowie Verfahren stärker an ihre tatsächliche Komplexität angepasst werden. Der Rat wird in der Regel erst bei den abschließenden Beschlüssen eingebunden, während vorbereitende Entscheidungen auf andere Gremien verlagert werden. Auch die Beteiligung von Fachausschüssen wird gezielter organisiert, etwa mit stärkerem Fokus auf Verfahren mit relevanten Umweltauswirkungen.
Stadtbaurat Thomas Vielhaber erklärt: „Wir reagieren auf deutlich gestiegene Anforderungen in der Bauleitplanung und schaffen gleichzeitig effizientere Abläufe. Unsere Verfahren bleiben rechtssicher, transparent und beteiligungsorientiert, werden aber insgesamt schlanker und schneller. Das ist ein wichtiger Schritt, um Investitionen zu erleichtern und Planungssicherheit zu erhöhen.“
Hannover will beides zusammenbringen
Mit dem Bau-Turbo und den beschleunigten Bauleitplanverfahren verfolgt die Landeshauptstadt Hannover einen zweigleisigen Ansatz. Die neuen bundesrechtlichen Möglichkeiten werden offensiv genutzt, zugleich sollen die Abläufe in Verwaltung und Politik besser laufen.
Die Verwaltung empfiehlt den politischen Gremien, die geplanten Maßnahmen zu beschließen.













