Hannover – Am 26. Juni weihten Belit Onay und Sylvia Bruns Art Underground auf dem Raschplatz in Hannover hinter dem Hauptbahnhof ein.
Was ist auf dem Raschplatz entstanden?
Hinter dem Hauptbahnhof ist auf dem Raschplatz ein groß angelegtes Kunstprojekt gestartet. Oberbürgermeister Belit Onay und Sozialdezernentin Sylvia Bruns eröffneten dort am 26. Juni das Bodenkunstwerk „Art Underground“. Dazu gehört auch die „CRASH PIPE (2026)“ von Florentina Holzinger.
Nach der Fertigstellung soll das Werk eine Fläche von 4.000 Quadratmetern umfassen. Nach Angaben der Stadt entsteht damit auf dem Raschplatz Norddeutschlands größtes Bodenkunstwerk.
Wer gestaltet die Fläche?
Kurator des Projekts ist der hannoversche Street-Art-Künstler Jascha Müller. Mehrere international bekannte Künstler gestalten die Fläche gemeinsam. DELTA aus den Niederlanden arbeitet mit geometrischer und architektonischer Bildsprache. dendyden, geboren in Russland und heute in Berlin tätig, ist für 3D-Illusionen und Perspektivwechsel bekannt. IOTA aus Belgien bringt organische Formen und dynamische Linien ein.
DELTA und dendyden haben ihre Flächen bereits fertiggestellt. IOTA soll ab dem 7. Juli auf dem Raschplatz arbeiten. Später sollen außerdem Beiträge aus der hannoverschen Streetart-Szene hinzukommen. Dafür ist ein offener Aufruf vorgesehen.
Wie können Besucher das Kunstwerk erleben?
Ein Teil des Werks erschließt sich besonders gut aus bestimmten Blickwinkeln. Das gilt vor allem für die Arbeiten von dendyden. Entsprechende Markierungen werden an den Haupttreppen zum Platz sowie vor dem Gebäude der Merkur Spielbanken angebracht. Schilder und Banner am Geländer liefern zusätzliche Informationen zum Projekt.
Wer hat beim Entstehen mitgeholfen?
Am Projekt wirkten auch Menschen mit, die den Platz regelmäßig nutzen und teils von Wohnungslosigkeit betroffen sind. Seit dem 15. Juni unterstützten sie die Arbeiten vor Ort. Begleitet wurde das von der Straßensozialarbeit Sucht der Landeshauptstadt Hannover, dem Konsumraum Stellwerk und dem Kontaktladen Mecki.
Nach Angaben der Stadt meldeten sich täglich bis zu 40 Helfer. Wegen des großen Interesses wurde in Schichten gearbeitet. Von montags bis donnerstags übernahmen sie vorbereitende Aufgaben wie die Reinigung des Platzes, die Grundierung sowie Malerarbeiten mit Farbe und Rolle. Freitags und an den Wochenenden arbeiteten die Künstler selbstständig weiter.
Wie geht es nun weiter?
Die erste Umsetzungsphase dauerte rund zwei Wochen. Der nächste Abschnitt beginnt mit der Anreise von IOTA aus Belgien. Der Einsatz ist nach aktuellem Stand vom 7. Juli bis voraussichtlich Mitte Juli geplant.
Für September ist die zweite Phase vorgesehen. Dann sollen nach Ausschreibung und Vergabe auch Künstler aus der hannoverschen Streetart-Szene ihre Arbeiten beisteuern. Mit einer Fertigstellung von „Art Underground“ wird Anfang Oktober gerechnet.
Der Ablauf bleibt bewusst flexibel, weil Wetter und Trocknungszeiten eine wichtige Rolle spielen. Zudem konnten die Künstler ihre Entwürfe an die Eindrücke vor Ort anpassen. So fiel das Werk von dendyden am Ende deutlich farbintensiver aus als zunächst geplant. Das zuvor prägende Grau des Platzes sollte kräftigen Farben weichen.
Was ist das Konzept hinter der Fläche?
Verwendet werden dickflüssige, zähe und umweltverträgliche Farben, die nicht ins Grundwasser eindringen sollen. Die Fläche ist nicht nur zum Anschauen gedacht, sondern ausdrücklich auch als Bewegungsraum. Skaten, Rollen und körperliche Aktivität sind Teil des künstlerischen Konzepts.
Unterstützt wird „Art Underground“ von der Sparkasse Hannover als Hauptsponsorin und Anliegerin am Raschplatz, von der Ricarda und Udo Niedergerke Stiftung sowie von den Merkur Spielbanken. Die Förderung umfasst auch die geplanten Auffrischungen in den Jahren 2027 und 2028 sowie den Ankauf und Umzug der „CRASH PIPE“ im Jahr 2026 von der Sophienstraße zum Raschplatz.












