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Digitale Stadttouren in Hannover mit hanno.guide gestartet

Digitale Stadttouren in Hannover sind mit hanno.guide gestartet. Die kostenlose App bietet Touren durch Altstadt, Leine und Maschsee
Digitale Stadttouren in Hannover mit hanno.guide gestartet. Foto: Landeshauptstadt Hannover

Hannover – Digitale Stadttouren in Hannover sind mit hanno.guide gestartet. Die kostenlose App bietet Touren durch Altstadt, Leine und Maschsee.

Hannover per App neu entdecken

Hannover lässt sich ab sofort auf digitalen Stadttouren erkunden. Die Landeshauptstadt hat am 19. Juni die Web-App hanno.guide freigeschaltet. Sie macht Stadtgeschichte direkt vor Ort erlebbar und ist kostenlos nutzbar. Ab Juli soll die Anwendung auch in den gängigen App-Stores zum Download bereitstehen.

Hinter dem Projekt steht das Historische Museum Hannover. Während der Schließzeit suchte das Museum nach einem digitalen Format, das Geschichte in den Stadtraum bringt. Entstanden ist eine Art Museum für die Hosentasche.

Vier Touren zum Auftakt

Zum Start bietet hanno.guide vier Rundgänge. Nutzer können einen Altstadt-Rundgang mit sieben Stationen wählen, Hannovers verschwundene Geschichten entlang der Leine entdecken, die Tour „Alles Neu! Hannover 1965 – 1975“ starten oder den Audiospaziergang „Maschsee – Geschichte weiterdenken“ nutzen.

Anfang Juli kommt außerdem der „Rote Faden“ hinzu. Dann sollen alle 36 Stationen des bekannten Rundgangs über die App abrufbar sein.

Gemeinsame Plattform für weitere Inhalte

Die App ist als gemeinsame Plattform angelegt. Neben dem Historischen Museum Hannover beteiligen sich das ZeitZentrum Zivilcourage, das Stadtarchiv und die Stabsstelle Kunst im öffentlichen Raum. Weitere Inhalte sollen im Laufe des Jahres folgen. Kooperationspartner ist die Hannover Marketing und Tourismus Gesellschaft.

Geplant sind unter anderem Touren zu Mediengeschichte, Kino- und Clubkultur, Orten queerer Geschichte Hannovers, Literarischem Hannover, Orten der (post)kolonialen Geschichte und Straßenkunst für Kinder.

Open Source für andere Städte

Das Projekt ist zugleich als Modell für andere Kommunen und Kultureinrichtungen gedacht. Die entwickelten Software-Lösungen werden als freie Software auf opencode.de bereitgestellt.

Inga Samii, Fachbereichsleiterin Kultur, sagt: „Wir haben hier eine unabhängige digitale Infrastruktur für nicht-kommerzielle Anbieter im Kulturbereich entwickelt. Andere Kommunen oder freie, nicht-kommerzielle Akteure, wie zum Beispiel Kultureinrichtungen, können den Quell-Code nutzen und weiterentwickeln und werden zum Beispiel über das Smart.City-Netzwerk, das Netzwerk des Deutschen Städtebunds oder Netzwerke vor Ort etwa im Museumsbereich oder der freien Szene informiert. Bereits jetzt ist das Interesse groß. Durch die Kooperation mit der HMTG ist zudem für die Player vor Ort gleich eine Vermarktung möglich.“

Barrierefreie Angebote werden ausgebaut

Schon jetzt ist die App für Menschen mit Sehbehinderungen optimiert. Zum Start kann eine barrierefreie Routenführung ausgewählt werden. Künftig sollen weitere inklusive Inhalte folgen, darunter Übersetzungen in Deutsche Gebärdensprache und Leichte Sprache.

Auch technisch ist ein Ausbau geplant. Zusätzliche Module mit 3D-Modellen, etwa vom Neuen Rathaus oder der Aegidienkirche, sollen neue Perspektiven eröffnen. Später sind zudem interaktive Rätseltouren vorgesehen.

Teil der Smart-City-Strategie

Das Vorhaben gehört zum Projekt RESTART: #HANnovativ, der Smart-City-Strategie der Landeshauptstadt. Gefördert wird es vom Bundesministerium Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen mit 325.000 Euro aus dem Smart.City-Budget. Weitere Kosten werden über eine vorhandene Personalstelle im Kulturbereich abgedeckt.

HCN/rw – Digitale Stadttouren in Hannover