Start Aktuelles Microsoft 365-Einführung an Schulen gestoppt – Offene Datenschutzfragen sorgen für Unterbrechung

Microsoft 365-Einführung an Schulen gestoppt – Offene Datenschutzfragen sorgen für Unterbrechung

Microsoft 365 an Schulen gestoppt: Datenschutzfragen bremsen die Einführung, Datenzugriff endet am 21.04.2026 um 18:00 Uhr
Microsoft 365 an Schulen gestoppt: Offene Datenschutzfragen sorgen für Ärger. Foto: Symbolbild Canva Pro

Hannover – Microsoft 365-Einführung an Schulen gestoppt: Datenschutzfragen bremsen die Einführung, Datenzugriff endet am 21.04.2026 um 18:00 Uhr.

Microsoft 365-Einführung an Schulen gestoppt

Die Landeshauptstadt Hannover setzt die Einführung von Microsoft 365 an Schulen vorerst aus. Der Grund: offene datenschutzrechtliche Fragen rund um den Einsatz der Software. In den vergangenen Monaten sei Microsoft 365 ohnehin bereits nur eingeschränkt genutzt worden – jetzt wird die Nutzung vorerst vollständig gestoppt.

Warum die Grundlage nicht ausreicht

Nach aktueller Einschätzung reicht die bislang verwendete vertragliche Grundlage nicht aus. Neben dem bestehenden sogenannten Data Processing Agreement (DPA) sei für einen rechtssicheren Betrieb eine ergänzende Vereinbarung nötig, die die besonderen Anforderungen im schulischen Kontext abdeckt. Eine solche Regelung liegt derzeit nicht vor. Erst wenn eine rechtssichere und tragfähige Grundlage steht, soll es weitergehen.

Welche Schulen betroffen sind – und was weiterläuft

Betroffen sind alle Schulen, an denen Microsoft 365 im Einsatz war. Allen 100 hannoverschen Schulen steht das System testweise zur Verfügung. Für den Schulbetrieb heißt das: Digitale Unterstützung bleibt möglich, nur eben ohne Microsoft 365.

Weiter nutzbar bleiben unter anderem:

  • WebWeaver
  • IServ
  • schulen-hannover.de

Schulen sowie Eltern- und Schülervertretungen sind nach Angaben der Stadt bereits informiert. Für Rückfragen ist eine zentrale Anlaufstelle eingerichtet, die über ein Ticketsystem für Schulen läuft.

Was mit Unterrichtsmaterialien und Daten passiert

Betroffen sind alle Daten, die im Rahmen der Nutzung von Microsoft 365 erarbeitet wurden – zum Beispiel Unterrichtsmaterialien. Die Anwendungen werden vorerst deaktiviert. Auf die Daten kann ab Dienstag, den 21.04.2026, 18:00 Uhr nicht mehr zugegriffen werden.

Dezernentin kündigt Aufarbeitung an

Die Stadt Hannover will den Vorgang „umfassend“ aufarbeiten. Ziel sei, die Ursachen der fehlerhaften Einschätzung zu klären und künftige Prüfprozesse zu verbessern.

Die Dezernentin sagt dazu: „Mir ist wichtig, dass wir mit unseren Schulen verlässlich und transparent zusammenarbeiten. Deshalb klären wir jetzt konsequent auf. Und deshalb habe ich nach Bekanntwerden der falschen Grundlagen entschieden, dass wir Microsoft 365 aussetzen. Wir werden im Einzelnen aufarbeiten, wie es zu der fachlich falschen Einschätzung innerhalb der Verwaltung zu der vertraglichen Grundlage kommen konnte und dafür sorgen, dass sich ein solcher Fehler nicht wiederholt.“

Wie es weitergehen soll

Microsoft 365 wird erstmal nicht weiter genutzt. Parallel prüft die Stadt die rechtlichen Grundlagen und mögliche zukünftige Lösungen. Die Entscheidung fiel, nachdem sich in der weiteren Prüfung und Abstimmung gezeigt habe, dass zentrale Fragen noch nicht abschließend geklärt sind. Intern wird zudem geprüft, wie es zu der fehlerhaften Einschätzung kommen konnte.

HCN/aw – Microsoft 365 an Schulen gestoppt