
Hannover – Problembereich Drägerwiese – Stadt suchte Austausch mit Anwohnenden und kündigt Beleuchtung, Beratung, Kontrollen und Sozialangebote an, begleitet von Polizei.
Worum geht es?
Am 27. Januar trafen sich Verantwortliche der Stadt mit Anwohnern im Stadtteil Linden-Süd, um über die Lage an der sogenannten Drägerwiese zu sprechen. Der Ort ist seit Jahren ein Treffpunkt von suchtkranken Menschen, zugleich kommt es immer wieder zu Nutzungskonflikten, die den Alltag der Anwohner beeinflussen. Die Stadt hat mehrere Maßnahmen vorgestellt, die das Sicherheitsgefühl stärken und das Zusammenleben beruhigen sollen.
Geplante Maßnahmen im Überblick
Die vorgestellten Schritte verfolgen einen kombinierten Ansatz aus Ordnungs- und Sozialmaßnahmen, um sowohl die Nutzungskonflikte zu reduzieren als auch Betroffene zu unterstützen.
- Rückschnitt der Büsche zur besseren Einsehbarkeit des Bereichs
- Neue Beleuchtung: vier Geh- und Radwegleuchten in vier Metern Höhe sowie zwei rundum abstrahlende Leuchten auf der Wiese; Ausleuchtung vom Parkplatz bis zum Walter-Wülfing-Ufer an der Ihme; Umsetzung in rund fünf Monaten
- Niedrigschwelliges soziales Angebot vor Ort: zwei Fachkräfte montags, mittwochs und freitags jeweils von 12 bis 15 Uhr
- Konfliktmoderation durch Fachkräfte sowie Vermittlung zu medizinischen, therapeutischen und wohnungssichernden Hilfen
- Fortgesetzte Kontrollen und Bestreifung durch Ordnungsdienst in Zusammenarbeit mit der Polizei
Was sagen die Verantwortlichen?
Oberbürgermeister Belit Onay betonte: „Die Landeshauptstadt hat die Entwicklung der offenen Drogenszene in Linden-Süd im Blick und nimmt die Beschwerden der Anwohner*innen sehr ernst. Der gestrige Austausch war offen, kritisch und konstruktiv. Uns ist wichtig, dass die Anwohnenden sich gehört fühlen und ihre Beschwerden adressieren können. Gleichzeitig müssen wir einen stadtteilorientieren Ansatz verfolgen, da sich auf der Drägerwiese vor allem Menschen aufhalten, die in Linden leben. Unsere Maßnahmen verfolgen einen ganzheitlichen Ansatz. Ich bin mir sicher, dass sie das Sicherheitsgefühl im öffentlichen Raum stärken und ein friedliches Miteinander fördern – nach dem Grundsatz, dass Drogenkonsum und Drogenhandel im öffentlichen Raum nicht toleriert wird.“
Sozialdezernentin Sylvia Bruns erläuterte die Rolle der Substitutionspraxis: „Die Substitutionsbehandlung ist ein zentraler Baustein der Drogenhilfe und unterstützt viele Menschen dabei, eine Tagesstruktur zurückzuerlangen. Dem Praxisteam und uns ist jedoch bewusst, dass solche Angebote Auswirkungen auf das Umfeld haben können. Deshalb stehen wir in engem, konstruktivem Austausch, um gemeinsam diesen Herausforderungen zu begegnen. Neben der Reduzierung der gesundheitlichen Risiken soll ein regelmäßiges soziales Angebot an der Drägerwiese dazu beitragen, Nutzungskonflikte zu minimieren. Voraussetzung dafür sind eine enge Begleitung der Szene mit klaren Regeln, zielgruppengerechte Angebote sowie eine Abstimmung mit den Anwohner*innen und der Polizei. Wir werden die Maßnahme fortlaufend evaluieren, unter anderem durch einen aktiven Austausch mit den Anwohnenden. Rückmeldungen sind ausdrücklich willkommen“, sagte Sozialdezernentin Sylvia Bruns.
Dr. Axel von der Ohe, Erster Stadtrat und Ordnungsdezernent, machte die Balance zwischen Hilfe und Ordnung deutlich: „Für die Suchtkranken im Bereich der Drägerwiese braucht es wirksame Unterstützungsangebote, zugleich ist der öffentliche Raum kein rechtsfreier Raum. Er muss für alle nutzbar sein – insbesondere für die Menschen, die hier wohnen und kleine Kinder, die das Areal auf dem Weg zur Schule nutzen oder in ihrer Freizeit in der Nähe ihrer Wohnung draußen spielen wollen. Lärmbelästigungen, die Vermüllung des Platzes, Drogenkonsum und -handel werden nicht toleriert. Deshalb setzt die Stadt ihre niedrigschwelligen Kontrollen mit der Polizei fort und bestreift den Bereich mit dem eigenen Ordnungsdienst mehrfach täglich.“
Wie geht es weiter?
Die Stadt will die Maßnahmen umsetzen und begleitend beobachten. Technikmaßnahmen wie die Beleuchtung sollen binnen etwa fünf Monaten installiert werden; das soziale Angebot startet in der angekündigten Taktung. Parallel dazu bleibt die Abstimmung mit Anwohnern, Polizei und der Substitutionspraxis ein zentraler Bestandteil der weiteren Arbeit.













